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3. Winterflucht 2025-26 Finnland Zusammenfassung

Finnland Rovaniemi 

27.12.-30.12.2025

 

Auf geht’s nach Rovaniemi

Auf geht’s nach Rovaniemi – zum Weihnachtsmann, Lottis Weihnachtsgeschenk einlösen und zu meinem Kumpel Marko, der uns glücklicherweise um diese Jahreszeit einen Unterschlupf bieten konnte. Hotels sind nämlich so eine Sache um diese Zeit in Rovaniemi.

Da ich die wenige Zeit maximal sinnvoll mit meiner Tochter verbringen wollte, ist mein Vorsatz, jeden Tag etwas in mein Reisetagebuch zu schreiben, schon nach wenigen Tagen gescheitert. Die Texte musste ich nachträglich schreiben – ich tippe doch nicht auf irgendwelchen langweiligen Geräten herum, wenn Lotti dabei ist. 😉

Ab der nächsten Etappe wird es wieder aktueller.

27.12.2025

Nach rund dreieinhalb Stunden kreisten wir über Rovaniemi – eine Durchsage vom Kapitän dämpfte unsere Euphorie schlagartig:

„Aufgrund der Wetterbedingungen ist die Landebahn in Rovaniemi geschlossen! Wir werden umgeleitet nach Helsinki.“

Damit war klar: Den Weihnachtsmann würden wir heute nicht erreichen. Das verstanden auch viele der Kinder an Bord – und brachen schlagartig in Tränen aus. Tragisch, aber auch ein bisschen lustig 😂

Nach weiteren 20 Minuten verkündete der Pilot, es gäbe vielleicht doch einen Slot, der einen Landeversuch erlauben würde: ein kurzes Zeitfenster, in dem der starke Seitenwind abflachen sollte. Vier Flugzeuge würden es versuchen, sobald das Bodenpersonal es geschafft hat, die Landebahn einigermaßen von den riesigen Schneemassen zu befreien.

Wir waren auf Platz drei der wartenden Flieger. Die beiden vor uns mussten durchstarten, weil sie es auf der wohl sehr glatten Landebahn nicht geschafft hatten, rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Lotti und ich drückten alle Daumen, die wir hatten … und tatsächlich: Wir hatten wohl Winterreifen am Flieger 🤣🤣🫣 Wir waren unten – und wir standen. Juhuuuuiuuuu! Direkt hinter uns wurde die Bahn wieder geschlossen. Super Glück gehabt. Sonst hätten wir mindestens einen der nur drei wertvollen Tage verloren – Glückskinder. Weil wir es so verdient haben. 😉

Mein Freund Marko stand schon vor der Tür des Flughafens. Bei ihm hatten wir vor ein paar Jahren während unserer Skandinavien-Rundfahrt schon einige Tage verbracht. Er hatte uns ein Zimmer angeboten, weil es um diese Jahreszeit nahezu unmöglich ist, ein Hotel oder eine Ferienwohnung zu bekommen.

Nur um die Relationen darzulegen: Übers Jahr landen hier pro Tag etwa sechs Flugzeuge – jetzt in der Hauptsaison eher 50 bis 60 ……

Es war super stürmisch und es kam einiges an Neuschnee vom Himmel. Lotta fand es großartig: ein bisschen im Schnee toben und mit der Katze spielen – perfekter Tag. 😉

Am Flughafen spielten sich in den nächsten Tagen einige Dramen ab. Weil ab mittags keine Flugzeuge mehr abfliegen konnten, morgens aber schon einige gelandet waren, war Rovaniemi überfüllt – und es gab keine Hotelzimmer, um die Fluggäste unterzubringen, deren Flieger nicht abheben konnte. So mussten rund 1.000 Reisende bis zu zwei Tage auf Matratzen im Flughafen schlafen … ja, das Wetter am Polarkreis kann schon mal für ein paar Probleme sorgen.

28.12.2025

Wegen des zu erwartenden riesigen Andrangs beim Weihnachtsmann machten wir uns schon morgens um halb acht auf den Weg zum 🎅 Village. Die Gäste, die zu der Zeit schon seit einigen Tagen in Markos Ferienwohnung waren, erzählten, dass sie es mehrfach versucht hatten, aber immer zu spät dran waren – und alle Termine für den Tag bereits vergeben waren.

Also standen wir direkt zum Dienstbeginn vor dem Büro des Weihnachtsmanns. Nach 30 Minuten waren wir schon an der Reihe. Keine Ahnung, ob Lotta oder ich aufgeregter war – aber es war einfach wunderschön, ihre großen Augen zu sehen.

Auch wenn der Weihnachtsmann um diese Jahreszeit ziemlich wenig Zeit hat (als ich vor ein paar Jahren am 1. März mit Judith dort war, haben wir noch ein paar Minuten geplaudert – dieses Mal waren es vermutlich 30 Sekunden), war es ein tolles Erlebnis.

Vor dem Office stand inzwischen eine riesige Schlange, und das ganze Weihnachtsmanndorf war regelrecht überflutet von Menschen. Wir schauten uns den Rest des Dorfes noch an, verschickten ein paar Karten aus dem Weihnachtsmann-Postamt und gingen dann – nach einem heißen Kakao und einem Stück Kuchen – zurück zu Marko. Wir hatten ja noch einiges vor und wollten das wenige Tageslicht nutzen: Aktuell wird es erst um 11 Uhr hell und um 13:30 schon wieder dunkel. 😉

(Snowmobil-Tour)

Wir wollten das wenige Tageslicht nutzen. Marko hatte angeboten, mit seinen Snowmobilen eine Tour zu machen. Als wir vor einigen Jahren bei ihm waren, hatten wir das schon einmal gemacht – mega, fast wie Motorradfahren.

Also rein in die ganz dicken Klamotten, zwei Schlitten startklar gemacht – und los ging’s: durch die traumhaft verschneite Winterlandschaft. Lotti war ganz begeistert, dass man sogar bergauf Schlitten fahren kann. 😉

Zum Mittag machten wir einen Stopp in einer kleinen Grillhütte. Glücklicherweise hatte eine Gruppe Jugendlicher, die ebenfalls mit Snowmobilen unterwegs war, bereits ein Feuer entzündet. So konnten wir uns sofort aufwärmen und unsere mitgebrachten Würstchen grillen.

Lotti war im Neuschnee-Himmel. 😉 Auf dem Rückweg fuhren wir noch ein paar sehr schmale Wege, auf denen bisher keine Spuren waren. Super schön! Wenn ich hier im Norden wohnen würde, hätte ich sicher ein paar Motorräder weniger – dafür aber ein paar Motorschlitten mehr. Macht richtig Spaß!!

Nach einer kurzen Aufwärmpause mit zwei Folgen ALF auf dem iPad ging es in die Stadt: Marko und Jonna hatten ein Restaurant für uns vier reserviert.

Ausgezeichnete Wahl – es war super lecker und der Service war top. Ich mag Finnland. 😉

Als Tüpfelchen auf dem i – um den Tag perfekt ausklingen zu lassen – stiegen wir nach dem Essen bei Marko in den heißen Pool. 38 Grad warmes Wasser mitten im Schnee hat schon etwas. Die Flasche Sekt für uns und ihre Limo für Lotta haben es dann noch ein bisschen besser gemacht!!

Perfekter Tag. Danke, Marko und Jonna, für eure unglaubliche Gastfreundschaft – in Spanien werden wir uns revanchieren.

29.12.2025

Mit viel Glück hatte ich schon vor einigen Wochen eine Hundeschlittentour buchen können. Wie schon erwähnt: Um diese Jahreszeit ist hier in Rovaniemi einfach alles komplett ausgebucht.

Also machten wir uns morgens um 9 Uhr auf den Weg zur Hundeschlitten- und Rentierfarm, etwa 15 km außerhalb der Stadt.

Die Tour war super schön – auch wenn sie nicht vergleichbar war mit der, die wir vor einigen Jahren in der Nähe von Trysil in Norwegen gemacht hatten. Es war deutlich touristischer und bei weitem nicht so professionell wie damals.

Der Betreiber in Trysil war ein passionierter Hundeschlitten-Rennfahrer, der jeden seiner Hunde genau kannte und genau wusste, welcher Hund heute mit welchem gut klarkommt – und dementsprechend gut im Team läuft.

Die Veranstaltung in Rovaniemi war eher darauf ausgelegt, möglichst viele Menschen an einem Tag „durchzuschleusen“. Die Hunde liefen in alle Richtungen und mussten ständig von den Guides, die auf Snowmobilen vor und hinter jedem Gespann fuhren, wieder entwirrt werden. Es war immer ein Motorschlitten und ein Hundeschlitten im Wechsel – damals in Trysil waren es einfach sieben Hundeschlitten hintereinander, und alle folgten dem führenden Schlitten.

Profi-Tour gegen Touristentour. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem ………

30.12.2025

Leider ging es heute schon wieder zurück nach Deutschland. Am Flughafen in Rovaniemi konnte man noch die Spuren der letzten Chaostage sehen: In einigen Ecken lagen immer noch Matratzen und Decken für die vielen „gestrandeten“ Touristen, deren Flüge nicht abheben konnten.

Nach drei Stunden Flug waren wir schon wieder in Frankfurt ……